Viele wünschen sich, möglichst lange gesund und finanziell flexibel zu bleiben, wenn sie in Pension gehen. Umso grösser ist dann die Enttäuschung, wenn sie feststellen, wie stark ihr finanzieller Spielraum schrumpft – und der erhoffte Lebensstandard kaum zu halten ist. Warum ist das so?
Zwar sinkt das Einkommen aus AHV und Pensionskasse gegenüber dem letzten Jahreslohn deutlich. Doch die Steuerlast nimmt viel weniger stark ab. Der Grund: Abzüge wie Berufsauslagen oder Einzahlungen in die Säule 3a fallen weg.
Es gibt viele Möglichkeiten, um seine Steuern zu optimieren – man darf aber den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen. Diese Tipps helfen Ihnen.
AHV: Was ist möglich?
Die AHV-Renten muss man zu 100 Prozent als Einkommen versteuern – lebenslang. Wer nach 65 weiterarbeitet, sollte prüfen, ob sich ein Aufschub der Rente lohnt. Denn kommt zur Rente ein Lohn dazu, fällt man schnell in eine höhere Progression. Steuerlich bietet die AHV sonst kaum Spielraum.
Spielraum in der Pensionskasse
Die wenigsten Berufstätigen schöpfen die steuerlichen Anreize in der Pensionskasse aus.
Vor der Pensionierung: PK-Einkäufe gehören zu den wirkungsvollsten Massnahmen, um die Steuerrechnung zu senken und gleichzeitig mehr Kapital anzusparen. Dabei sollte man möglichst gestaffelt über mehrere Jahre einzahlen.
Bei der Pensionierung: Die Höhe der künftigen Steuern hängt vor allem davon ab, wie man sein PKGuthaben bezieht: als Rente, als Kapital oder als Mix aus beidem. Die PK-Rente muss man zu 100 Prozent als Einkommen versteuern. Steuerlich kann der Kapitalbezug nach 15 bis 20 Jahren attraktiver sein. Allerdings sollte man auf keinen Fall allein aus steuerlichen Gründen das Kapital beziehen.
Nach der Pensionierung: Wer länger erwerbstätig bleibt, muss wie bei der AHV vorsichtig sein: Treffen Lohn und PK-Rente zusammen, kann die Steuerbelastung deutlich steigen. Klären Sie frühzeitig, ob es sich lohnt, die Renten aufzuschieben. In so einem Fall erlauben einige Pensionskassen weiterhin freiwillige Einkäufe – das lohnt sich.
Säule 3a: Potenzial ausschöpfen
Es ist sinnvoll, jedes Jahr in die Säule 3a einzuzahlen – auch wenn es nicht der Höchstbetrag ist. Verpasste Einzahlungen darf man neu bis zu zehn Jahre nachholen, sofern man noch kein 3a-Guthaben aufgrund von Pensionierung bezogen hat.
Tipp: 3a-Gelder können Sie schon ab 60 beziehen. Wenn Sie diese Bezüge gut mit den Auszahlungen aus der Pensionskasse koordinieren und über mehrere Jahre staffeln, können Sie viel Steuern sparen (Tabelle). Darum lohnt es sich, mehrere 3a-Gefässe aufzubauen.
Steuergünstige Geldanlagen
Behalten Sie Ihre Geldanlagen im Auge. Im Gegensatz zu Zinserträgen sind Kursgewinne in der Regel steuerfrei. Steuerlich kann es sich lohnen, das Wertschriftendepot so zu strukturieren, dass mehr Kursgewinne und weniger Zinserträge anfallen.


